Niedersachsen – Wirtschaftsminister besucht mit großer Delegation zum zweiten Mal den Iran

Startschuss für ständige Landesrepräsentanz in Teheran / Lies: „Türöffner für wirtschaftliche und politische Kontakte“

Norddeutscher Kurier - Niedersachsen - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr - Aktuell -Niedersachsen / Hannover – Drei Wochen nach seiner Russlandreise wird Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies jetzt erneut eine große Wirtschaftsdelegation anführen. Am kommenden Samstag, den 05. November 2016, reist Minister Lies mit rund 70 Vertretern aus Wirtschaft und Politik in den Iran, um weitere Kontakte für niedersächsische Unternehmen zu knüpfen. Im Mittelpunkt der fünftägigen Iranreise steht die Eröffnung einer ständigen Repräsentanz des Landes in Teheran.

Minister Lies erklärt:

„Delegationsreisen sollen neue Märkte erschließen und bestehende Kontakte vertiefen. Ich übernehme sehr gerne die Rolle als Türöffner für die niedersächsischen Unternehmen, gerade in einem wirtschaftlich hoch interessanten und vergleichsweise stabilen Land wie dem Iran. Ich bin weiterhin überzeugt, dass solche Kontakte auch helfen, offene Fragen zum Beispiel beim Thema Menschenrechte anzusprechen. Es nützt gar nichts, Ländern wie dem Iran oder auch Russland ausschließlich mit Wirtschaftssanktionen zu begegnen. Dies führt zu Isolation und zu einer Verhärtung von Fronten. Reden ist besser, als nicht zu reden. Im Übrigen ist es auch für unsere niedersächsischen Firmen wichtig, neben den wirtschaftlichen Kontakten auch die politischen Entscheidungsträger kennen zu lernen.“

Minister Lies wird mit der 70-köpfigen Delegation neben der Hauptstadt Teheran auch die iranische Wirtschaftsmetropole Tabriz (Hauptstadt der an die Türkei angrenzenden Provinz Ost-Aserbaidschan) besuchen.

In Teheran wird Minister Lies die offizielle Eröffnung einer niedersächsischen Repräsentanz vornehmen, es ist die erste Vertretung eines deutschen Bundeslandes in der iranischen Hauptstadt.

Hierzu sagt Lies: „Nach der sehr erfolgreichen Delegationsreise im vergangenen Jahr wollen wir jetzt unsere angebahnten Kontakte weiter ausbauen. Gerade in den Branchen, bei denen im Iran großer Modernisierungs- und Nachholbedarf besteht, sind niedersächsische Unternehmen gut aufgestellt: Dies gilt beispielweise auf den Feldern Maschinenbau, Medizintechnik und Energietechnik sowie für die Ernährungswirtschaft und den Landmaschinenbau. Deshalb haben wir uns auch entschieden, ein Büro in Teheran zu eröffnen und zu unterhalten. Die Vertretung soll auf Dauer wirtschaftliche und politische Kontakte vermitteln und niedersächsischem Unternehmen beim Einstieg in den iranischen Markt unterstützen, aber auch politische und wirtschaftliche Verbindungen in umgekehrter Richtung ermöglichen, in einer Beraterfunktion für iranische Stellen und Unternehmen.“

Neben der Eröffnung der niedersächsischen Vertretung sind auch Treffen mit Regierungsvertretern, iranischen Verbands- und Kammervertretern sowie der iranischen Investitionsbehörde (OIETAI) geplant. Außerdem sollen verschiedene Unternehmen besichtigt und die Kontakte zur Deutschen Botschaft in Teheran intensiviert werden.

Hintergrundinformation:

Der Iran liegt mit seinen knapp 80 Millionen Einwohnern unter den weltweit 20 stärksten Volkswirtschaften. Während der zehnjährigen Phase mit internationalen Wirtschaftssanktionen ist das deutsche Exportvolumen in den Iran um circa 50 Prozent von rund 4,4 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf noch 2,4 Milliarden Euro 2014. Auch in Niedersachsen sank der Außenhandel mit dem Iran: Im selben Zeitraum fiel das Exportvolumen von 624 Millionen Euro auf rund 90 Millionen Euro. Als mit der „Wiener Vereinbarung“ im Juli 2015 die Sanktionen schrittweise zurückgenommen wurden, stiegen die niedersächsischen Exporte wieder an: um 12,6 Prozent von 93 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 105 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Deutschlandweit ist der Außenhandel mit dem Iran im Jahr 2015 noch weiter zurück gegangen seit dem ersten Halbjahr 2016 zeichnet sich jedoch eine deutliche Trendwende ab.


Herausgeber: Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

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