Hannover – Niedersachsen stärkt Berufs- und Studienorientierung: Schülerinnen und Schüler aller Schulformen sollen besser bei Berufswahl unterstützt werden

Norddeutscher Kurier - Niedersachsen - Hannover - Aktuell -Hannover – Die Niedersächsische Landesregierung stärkt die Berufs- und Studienorientierung an den allgemein bildenden Schulen. „Wir setzen die Handlungsempfehlungen aus dem Bündnis Duale Berufsausbildung konsequent um und machen die Berufs- und Studienorientierung zum festen Teil der schulischen Arbeit in den Sekundarbereichen I und II“, sagte die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt auf einer Fachtagung des Ministeriums. Berufs- und Studienorientierung solle in allen Kerncurricula in allen Schulformen verankert werden und ein flächendeckendes Berufsorientierungsprogramm für alle Schulformen eingeführt werden.

Mit der Intensivierung und Verankerung der Berufs- und Studienorientierung werde laut Heiligenstadt Ausbildungs- und Studienabbrüchen im Vorfeld entgegengewirkt. Niedersachsen habe zudem ein großes Interesse daran, auch mehr Abiturientinnen und Abiturienten für die duale Ausbildung zu begeistern. Heiligenstadt: „Alle Schülerinnen und Schüler müssen über ihre vielfältigen Chancen und Möglichkeiten nach ihrem Schulabschluss informiert sein, damit sie eine durchdachte, für sie individuell passende Berufswahlentscheidung treffen können. Das gilt natürlich auch für Schülerinnen und Schüler, die das Abitur anstreben. Neben Studium und schulischer Ausbildung nehmen wir mit der Ausweitung der Berufsausbildung auch die Vielfalt und Attraktivität der dualen Ausbildung stärker in den Blick.“

Bei der Fachtagung „Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen“ hatten die rund 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich über vorhandene, angedachte oder in Projekten bereits erprobte Maßnahmen zur Berufsorientierung zu informieren und zu diskutieren. Die Überlegungen zur Einführung einer flächendeckenden Potenzialanalyse für alle Schülerinnen und Schüler, die Möglichkeiten zur Ausgestaltung berufsorientierender Maßnahmen an Gymnasien, die Bedeutsamkeit von Praktika im Berufswahlprozess, die konkrete Umsetzung einer gendergerechten Berufsorientierung als auch die Realisierung einer geeigneten Berufsorientierung für junge Geflüchtete standen dabei im Mittelpunkt.

Bisher liegt der Schwerpunkt bei der Berufsorientierung auf den Haupt-, Real- und Oberschulen sowie den entsprechenden Zweigen der Kooperativen Gesamtschulen. An diesen Schulformen wird bereits verbindlich mit fächerübergreifenden Konzepten zur Durchführung berufsorientierender und berufsbildender Maßnahmen gearbeitet. „Solche guten Konzepte gibt es auch bereits an vielen Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen. Das hat die gemeinsame Arbeit von Kultusministerium und Lehrkräften unterschiedlicher Schulformen an dem Entwurf für das Musterkonzept Berufs- und Studienorientierung belegt. Für diese konstruktive Mitarbeit bedanke ich mich sehr herzlich!“, betont Heiligenstadt. Diese Vorarbeiten seien eine wichtige Grundlage, um eine fundierte Berufs- und Studienorientierung für alle Schülerinnen und Schüler an Niedersachsens allgemein bildenden Schulen zu erreichen. Das Musterkonzept Berufs- und Studienorientierung wird derzeit beraten und soll zeitnah der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Im Anschluss wird zudem ein neuer Grundsatzerlass erarbeitet.

In Niedersachsen nimmt das Thema Berufsorientierung breiten Raum ein. So unterstützt unter anderem die Koordinierungsstelle Berufsorientierung, die das Land Niedersachsen mit Unterstützung der Regionaldirektion Niedersachsen – Bremen der Bundesagentur für Arbeit betreibt, Schulen dabei, passgenaue Berufsorientierungsangebote zu finden. Dabei geht es um Berufsfelderkundungen und Talentwerkstätten für Schülerinnen und Schüler, die Verknüpfung mit der regionalen Wirtschaft und Betrieben, aber auch um gezielte Informationsangebote für Eltern sowie Orientierungshilfen für Flüchtlinge in Berufsfindungs- und Ausbildungsfragen. Mittlerweile haben mehr als 65.000 Schülerinnen und Schüler aus Niedersachsen die Koordinierungsstelle Berufsorientierung genutzt. Über die Niedersächsische Landesschulbehörde sind Fachdezernentinnen und -dezernenten und rund 60 Beraterinnen und Berater für Berufsorientierung und für die Unterstützung und Beratung der Haupt-, Real-, und Oberschulen bei der Planung, Organisation und Durchführung berufsorientierender und berufsbildender Maßnahmen im Einsatz. Ab dem Frühjahr 2017 werden weitere Beraterinnen und Berater auch für die Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen aktiv sein können.


Herausgeber: Nds. Kultusministerium

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